Schafe gelten als friedfertig. Und als folgsam. Stets trotten sie voller Vertrauen dem Leitschaf hinterher.
Das Vorbild: Jesus, der seiner Gefolgschaft und Friedfertigkeit wegen, mit der Beinamen „Das Lamm Gottes“ ausgezeichnet wurde.
Verwunderlich insofern, als er – auch im Selbstverständnis – alles andere als friedfertig war. Das Schwert zu erheben und die Absicht Menschen zu entzweien kann nun nicht gerade als friedfertige Aktion durchgehen. – Oder sehe ich das falsch?
Schon als Kind hatte er seinen eigenen Kopf. Bereitete damit der Mutter Sorge.
Dann die „rüpelhafte“ Aktion, die Geldwechsler und Zinsnehmer aus dem Tempel zu werfen. – Friedvoll?
Aufsehen und Zwist erzeugte auch sein Auftreten als Wunderheiler. Und Wundermann.
Und er blieb unverheiratet. Damals eine Ungeheuerlichkeit.
All das zeigt, was er für viele damaligen Menschen war – ein Außenseiter, ein Rebell, schlicht ein Störer des Staus Quo.

Letzteres wohl auch der Hauptgrund für das gesellschaftliche Abseits.
Worin er er einem anderen schwarzen Schaf der Weltgeschichte ähnelt; Diogenes – dem Hund.
Beide wussten um ihren prominenten schwarzen-Schaf-Status.
Lebten damit. Eckten an. Wurden verleumdet. Verfolgt. Ernteten Wut und Widerspruch. Schufen sich Gegner.
Aber auch Befürworter.
Doch Befürworter von schwarzen Schafen sind selten einflussreich. Zu konträr stehen schwarze Schafe zum Establishment. Fast immer einem dekadenten, dass sie durch ihre deutlich sichtbare Bedürfnislosigkeit entblößen und entwaffnen. Hilfreich dabei: Menschlichkeit, Großzügigkeit, Leidenschaft, Wahrhaftigkeit und die Fähigkeit zur Reflexion. Und natürlich – nicht zu vergessen – Humor.
Mit all dem zeigen sie auf, dass die räuberische Oberschicht, eher Wölfen denn Leitschafen ähnelt.
Der schwarzen Schafe Tun und ihr Geist rütteln auf. Rütteln durch. Schaffen Kontroversen. Ermöglichen Auseinandersetzung.
All das, zeichnet sie aus.
Ihr Aufrütteln ist gegenwärtig mehr als nötig. So sind all die schwarzen Schafe, die hier lesen und der Menschheit grundsätzlich Wohlwollen entgegenbringen, auf diesem Blog willkommen. Hier dürfen sie schwarzes Schaf sein. Hier dürfen sie sich zu allem äußern. Sollen es sogar.
Doch auch weiße Schafe sind willkommen. Allerdings nicht die vielen, vielen, die dem Status Quo frönen und den „demokratisch“ gewählten Leithammeln und Leitschäfinnen weitgehend kritiklos hinterher trotten. Dafür gibt es genug andere Blogs, Portale und Foren.
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Mehr zum Thema: https://timotheekavi.com/achso-ein-schwarzes-schaf/2022/07/07/veraenderung-ist-ein-prozess/
