
Der Start. Da, wo alles begann: bei Noahs Bund mit Gott.
Zweifellos eine Sternstunde der Menschheit. Genauer: aller Lebewesen. Noch dazu eine mit Erinnerungsfaktor. Denn jeder Regenbogen am Himmel, mahnt daran.
So die Überlieferung.
Doch was war es, das diesen Pakt so wertvoll machte? Und später Abraham, gar als den Urvater der Gerechten adelte.
Ist die Kenntnis darüber im Zeitlauf verschüttet worden oder finden sich noch heute Spuren davon, die die Vorgänge erhellen?
Egal wie unsereiner zur Bibel steht, sie ist eines der Hauptwerke der Weltliteratur und hat drei große Weltreligionen hervorgebracht. Mit all den geschichtlichen Irrungen und Wirrungen, die allein, ganze Bibliotheken füllen könnten.
Wer also meint, die Bibel sei untauglich zum Erkenntnisgewinn, verkennt deren Tragweite.
Für mich zeichnet sie die Auseinandersetzungen auf, die Gott mit den, ach so fehlbaren und uneinsichtigen Menschen hatte.
Das Bündnis mit Abraham war, nach der Sintflut und all den Erfahrungen davor und auch noch direkt danach, eine Art Neustart.
Dass der erforderlich war, hatte ja Gründe.
Und wer derartige sucht, wird auch fündig.
Die hebräische Sprache kennt das Wort „chamas“. Ein Wort mit mehreren Bedeutungen. Darunter: Frevel, Gesetzlosigkeit, Korruption.
Im Kontext der Sintflut (Gen 6) wird chamas in der jüdischen Tradition fast immer als wirtschaftliche und soziale Gewalt verstanden – nicht primär als „Mord und Totschlag“, sondern als systemische Ausbeutung (Raub, falsche Gewichte, Wucher, Unterdrückung der Armen).
Die Sintflut wurde von Gott also nicht vorrangig wegen abstrakter „Sünde“ verhängt, sondern weil das Wirtschaftssystem durch Wucher und Raub, Menschen ausbeutete und infolgedessen deren Leben zerstörte.
Der spätere Bund mit Abraham war folglich eine Neuausrichtung.
Das Alte, Überkommene, Zerstörerische sollte durch Einsicht beseitigt werden.
Und diese Einsicht Abrahams sägte kräftig an den Grundlagen der Gesellschaftsordnung.
Es war regelrechter Sprengstoff, den Gott mithilfe von Abraham zündete.
Abraham wurde Teil des biblischen Geschehens, als er mit dem Gefolge von 318 Mann in den Krieg zog, um seinen Neffen Lot, aus der Gefangenschaft zu befreien.
Auf dem Vorhaben lag der Segen Gottes, wie Melchisedek, der gleichzeitig König von Salem und Hohepriester war, gegenüber Abraham kundtat.
Woraufhin Abraham ihm, als Hohepriester des einzigen Gottes, freiwillig den Zehnten der Beute übergab.
Denn er wusste, wie wichtig die Gabe des Zehnten war.
Mit dieser Tat erkannte er Gottes Segen an und verkündete auch, dass er sich vom früheren Frevel der Menschheit distanziert.
Das war die Initialzündung, die wohl die Grundlage für den Bund zwischen Gott und Abraham liefert.
Die Gründe dafür, will ich nun genauer ausführen.
Zwar gab es zur damaligen Zeit kein Geld im heutigen Sinn in Form von Münzen oder Geldscheinen. Allerdings gab es Silbersteine, die abgewogen wurden.
Mittels einer Waage, ließen sich so Rechnungen und Schulden begleichen.
Weshalb in der Bibel auch von Gewichtssteinen die Rede war.
Was es allerdings schon damals gab, waren Zinsen. Und zwar aus heutiger Sicht sehr hohe.
20–33 % im Jahr waren die Regel.
Zinssätze, die viele Zinsnehmer bereits überforderten.
Dennoch gab es auch noch höhere Zinssätze von 100 % oder mehr im Jahr. Manchmal gar in Wochen. Sie waren zwar selten, aber es gab sie. Besonders in Krisenzeiten oder bei hohen Risiken.
Zinssätze, die dann wegen Unbezahlbarkeit, oft in Kürze, zu Verlust aller Besitztümer des Schuldners führten.
Und im Gefolge nicht selten zu Schuldknechtschaft.
Abraham kannte die Gepflogenheiten und die Auswirkung der Zinsen aus eigener Anschauung.
Er stand schließlich als Patriarch einem gut dreistelligen, wenn nicht gar vierstelligen Gesinde, vor. Und betreute als Nomade einen großen Viehbestand.
Alles in allem also ein riesiger Betrieb, der ohne weiteres mit einem Stadtkönigtum verglichen werden konnte.
Das Gesinde bestand nicht aus rechtlosen Sklaven, sondern aus im Haus geborenen Gefolgsleuten, die in einem patriarchalen, aber schützenden Verhältnis standen.
Abraham war nicht nur ihr Herr, sondern auch ihr Versorger, Richter und Kriegsherr.
Abraham trieb Karawanenhandel, züchtete Tiere und verlieh Geld. Tat also all das, was dafür nötig war, um den Hausstand zu finanzieren.
Da er Gott nach dem Gewinn der Schlacht, den Zehnten seiner Beute überließ, und zwar freiwillig, war ihm als Geschäftsmann natürlich klar, was er zu tun hatte.
Er war schließlich nicht einfältig und kannte die Auswirkung von hohen Zinsen, aus eigener Beobachtung.
Er gab Gott 10 % ab – bevor Zins überhaupt ansetzte.
Eine Tat, mit der er die Erstrangigkeit Gottes anerkannte.
Und er senkte als Folge die Zinsberechnungsgrundlage bei eigenvergebenen Krediten, von 100 % auf 90 %.
Damit stellte er die gesamte Zinslogik in Frage. Und auch deren Kernsatz: Kapital wächst von allein.
Vermutlich hatten seine Gefolgsleute dazu viele Fragen. Wie mag er sie wohl beantwortet haben?
Abraham setzt sich ans Feuer. Und auch die Männer setzen sich nieder. Die Beute, das Gold, das Silber liegen noch da, aber niemand rührt sie an.
Er schaut in die Flammen, dann in ihre Gesichter, und spricht eher leise, aber klar: Hört mir zu, ihr alle, meine Getreuen. Wir haben heute gesiegt. Gegen vier Könige. Und nicht nur gegen ihre Heere.
Er stockte kurz.
Sondern wir haben, indem ich Melchisedek, dem Hohepriester des einzigen Gottes, den Zehnten überließ, auch gegen etwas Älteres, etwas Dunkleres gesiegt, das die Menschen seit jeher entzweit: den Zins.
Schon vor der großen Flut gab es ihn.
Kreditgeber verlangten mehr zurück, als sie verliehen hatten. Sie sagten: Gib mir mehr zurück, als du von mir bekommen hast.
Die Drohung, die mitschwang, war: Tust du das nicht, leihe ich dir nichts, sondern kaufe, wenn du zahlungsunfähig wirst, einfach dein Feld, raube dir deine Einnahmequelle und damit die Freiheit. Und dann versklave ich deine Kinder.
Das war Erpressung und nach göttlichem Verständnis Raub. Und war zweifellos keine Hilfe unter Brüdern. Sondern die Vereitelung von Lebensperspektiven.
So sich der Frevel, die Gewalt, die Ausbeutung – ausbreitete. Auch weil, wegen ökonomischer Zwänge, fast niemand mehr dazu bereit war, Geld zinsfrei zu verleihen.
Dadurch wurden die Menschen gierig, hart, ungerecht. Bruder übervorteilte Bruder. Vater verkaufte Sohn. Korruption breitete sich aus.
Und Gott sah, dass die Erde voll von Gewalt war. Da kam die Flut.Gott löschte alles – bis auf Noah und die Seinen.
Aber Gott sprach: Nie wieder. Nie wieder will ich die Erde durch Wasser vernichten. Stattdessen schließe ich mit Noah einen Bund – mit dem Regenbogen als Zeichen.
Jeder, der ihn sieht, wird mich an das Versprechen erinnern können. Und ich gebe euch auch einen neuen Weg: den der Sensibilisierung, Weisheit und Erkenntnis.
Ein Esel der in der Nähe stand, iah-te laut.
Alle lachten. Auch Abraham.
Er redete dann aber ernst weiter. Ich, Abraham, bin Teil dieses neuen Weges. Ich habe mit Gott geredet und habe mit ihm einen weiteren Bund geschlossen. Weshalb auch sein Segen auf mir liegt. Mein Sieg heute, war nicht mein Schwert allein. Es war Gottes Wille.
Darum gab ich den zehnten Teil von allem was wir heute gewannen, an Melchisedek.
Nicht weil ein Gesetz es befiehlt. Nicht weil der Hohepriester es verlangte – nein, Melchisedek hat nichts von mir verlangt.
Sondern weil ich weiß: Alles gehört Gott.
Und wenn ich alles behielte und sagte: Das ist jetzt mein! Ich habe es erkämpft! – machte ich denselben Fehler, wie die Menschen vor der Flut. Die Zins nahmen. Die den Bruder ausbeuteten.
Weshalb die Gabe des Zehnten mein ausdrückliches Nein dazu ist.
Denn ich gebe ab, damit niemand unter uns zum Sklaven wird. Damit niemand hungern muss, weil ein anderer reich wird. Und damit wir als Gemeinschaft leben – und nicht untereinander als Wölfe.
Ich gebe den Zehnten. Nicht aus Furcht, sondern aus Erkenntnis. Und aus dem Gefühl tiefer Gerechtigkeit. Und mit der Hoffnung, dass die Gerechtigkeit sich ausbreitet.
Er senkte den Blick und schloss die Augen. Nur das Zirpen der Grillen und Zikaden war zu hören. Und ein einzelnes Schafblöken.
So begann es – vor Jahrtausenden am Lagerfeuer. Ein Mann, der begriff, dass wahre Freiheit nicht im Haben liegt, sondern im Geben. Und genau diese Freiheit ist es, die wir Menschen leugnen.
Dass Abrahams freiwillige Abgabe des Zehnten zu einer Herausforderung für sein geschäftliches Umfeld wurde, dürfte er erwartet haben.
Jedoch half ihm, dass er reich war. Sehr reich. An Vieh, an Silber und Gold. Finanziell unabhängig, würde man das heutzutage nennen.
Und zudem erlaubte es ihm, hohe Summen zu verleihen. Vermutlich an die, die sie bitter benötigten.
Doch genau deshalb stieß er wohl auch auf Gegenwehr. Denn durch die Zehntquote von zehn Prozent, die Kredite enorm verbilligten, verloren andere Händler Kundschaft.
Da dies die Händlergewinne schmälerte und auf Dauer gar deren Reichtum gefährdete, dürfte sie mächtig verärgert haben.
Doch was sollten sie tun? Ihn angreifen?
Nein. Zu deutlich lag der Segen Gottes auf Abraham.
Durch die Abgabe des Zehnten und der von Gott gewollten Zehntquote, setzte Abraham, zumindest in seinem Umfeld, der Ausbeutung der Armen ein Ende.
So verdiente er sich auch das Attribut des Gerechten.
Und wurde von Gott, wie versprochen, weiterhin mit Überfluss gesegnet.
Allerdings gab es noch einen weiteren Bund zwischen Abraham und Gott. Nämlich neben der Bekräftigung der alten Bünde, das Versprechen unzähliger Nachkommen. Was umso bedeutsamer war, da Abraham und seine Frau Sara, zum Zeitpunkt der Bestätigung schon ein hohes Alter hatten und Sara bisher kinderlos geblieben war.
Aber wie das oft mit Vorbildern ist: Die Nachfolger und Nachkommen sind nicht davor gefeit, wieder in alte Muster zu verfallen.
Die Geisteshaltung, die Jakob an den Tag legte, als er Esau sein Erstgeburtsrecht abspenstig machte, spricht Bände.
Erst nach einem, eine Nacht lang andauernden Ringen mit Gott, bei dem es vermutlich um Recht und Gerechtigkeit ging, änderte das.
Er rang da wohl nicht nur um sein Leben, sondern um die Einsicht, dass sein Handeln gegenüber Esau dasselbe Prinzip war, wie die Zinsnahme.
Nämlich Betrug.
Ein Tatbestand, der ihm was den Zins anging bewusst war, da er schon seit längerem, Gott den Zehnten gab.
Und da, ab dem Zeitpunkt dieser neuen Einsicht, der Segen Gottes auf ihm lag, gab auch Esau seine Rachegedanken auf.
Wie ging es nun weiter? Folgte daraufhin eine spürbare Änderung der Verhältnisse im Land. Nein. Nichts in den Bibeltexten weist darauf hin. Alles blieb beim Alten. Die Ausbeutung setzte sich fort. Die Korruption blühte.
Doch Gottes Liebe zu den Nachkommen Jakobs, der von Gott den Namen Israel verliehen bekam, blieb davon unangetastet. Und er ersann einen neuen Plan.
Gott ging wohl davon aus, es mit intelligenten Wesen zu tun zu haben – Wesen, die rechnen können. Wesen, die sehen würden: Wenn ich jährlich 10 % abgebe – und zwar vor Berechnung der Zinsen (Erstrangigkeit Gottes) –, kann mein Kapital nie explodieren. Sondern schrumpft sogar nach und nach, weil Zinsen, wegen des hohen Angebots an Geld, kaum noch ins Positive ansteigen.
Weshalb er dann auch aus der freiwilligen Zehntgabe eine Zehntpflicht machte.
Die er durch Moses und Aaron verkünden ließ.
Doch nichts geschah. Analysen oder Diskussionen unter den Gläubigen und Priestern – Fehlanzeige.
Nichts davon ist in den Bibeltexten zu finden. Das Gesetz wurde einfach ignoriert.
Weshalb er später auch, als Zusatz, oder als nötigen Patch (wie es wohl heutzutage genannt würde), das Jubeljahr verkündigte, das alle fünfzig Jahre einen umfassenden Schuldenerlass forderte.
Doch das Jubeljahr als weitere Forderung kam ihnen, als Zinsgläubige und fest im Glauben an materielle Sicherheiten und Zinserträge gewöhnt, absurd vor.
Vermutlich hieß es unter ihnen: Gott ist verrückt geworden. Wer gibt sein Land einfach so zurück? Wer erlässt schon Schulden? Das ist doch Wahnsinn.
Womit sie ja durchaus recht hatten. In ihrem ökonomischen und mathematischen Glaubensgebäude war ein umfassender Schuldenerlass einfach nicht vorgesehen. Konnte nicht funktionieren.
Denn wer gibt schon Kredit, wenn er weiß: Von heute an, in 2, 5, 10, 20, 30 oder 40 Jahren ist alles weg? Vermutlich keiner.
Und Gott reagierte. Er nannte sie halsstarrig – ein halsstarriges Volk.
Er sah: Der Glaube an den Zins, die Mathematik, hatte sie so fest im Griff, als hinge ihr Leben davon ab.
Aber über die Folgen bei ihm klagen – das konnten sie? Ja, das konnten sie gut. Wenn die Ernte schlecht war, wenn die Feinde kamen, wenn die Kinder hungerten – dann schrien sie zu Gott: Warum lässt du uns leiden?
Gott antwortete ihnen durch die Propheten.
Ihr leidet, weil ihr den Zehnten zurückhaltet. Weil ihr die Armen unterdrückt. Weil ihr Zins nehmt, wo ich Barmherzigkeit geboten habe.
Änderte das was?
Nicht wirklich.
Die Prophetentexte der Bibel, die all dem folgen, sind voll von Anklagen. Voll von Vorhaltungen, die die Nichteinhaltung des Zinsverbots betrafen.
Doch auch die Nichteinhaltung des Jubeljahrs war ein Dauerthema. Als auch die Umgehung der Zahlung des Zehnten.
Alles Tatbestände, die letztlich in der Säuberung der Räuberhöhle im Jerusalemer Tempel, durch Jesus gipfelte.
Einwurf: Wer für das in der Bibel geschilderte Geschehen eine schlüssigere Erklärung hat – her damit. Diese Gelahrtheit würde ich gern hören.
Nun denn. Seitdem sind gut zweitausend Jahre vergangen.
Hat sich seitdem etwas geändert?
Nein. Das Problem ist augenfälliger denn je.
Es gibt auf der Erde keinen einzigen Staat – keinen einzigen –, der den Zehnten im Nachgang Abrahams und damit nach Gottes Wunsch anwendet.
Weltweit, in fast allen Ländern, steigt der Reichtum in der Hand weniger seit Jahren dramatisch an, während die Masse der Weltbevölkerung mehr und mehr verarmt und unter zunehmendem Existenzdruck, um ein würdevolles Leben ringt.
Selbst die, die sich zinsfrei wähnen, stecken im selben System. Überall auf der Erde sorgt der Zins für eine stille, automatische Umverteilung nach oben – und nur in Ausnahmefällen wird sie durch Steuererhebung oder wirtschaftliche Krisen einmal gebremst.
Die Vermögenden werden reicher, die Masse ärmer.
Wer jetzt noch immer fragt: Hat all das wirklich nur mit dem Zins zu tun? – hat dessen Tragweite noch immer nicht verstanden.
Denn der Zins zerstört das Wesentliche und Gute im Menschen.
Die Kooperationsbereitschaft, die Neugier, das Vertrauen, die Großzügigkeit, die Gemeinschaft, die Genügsamkeit, die Hoffnung.
Und ersetzt es durch Egoismus, Verzweiflung, Gier, Angst, Konkurrenz, Abhängigkeit und Schuld, um nur die Offensichtlichsten zu nennen.
Deshalb ein klares Ja auf die Frage. Mit dem Zusatz: Womit denn sonst?
Ohne jeden Zweifel: Über all die negativen Auswirkungen des Zinses, ließen sich leicht mehrere Bücher schreiben.
Was die Lösung des Kernproblems, auch so vordringlich macht.
Dass von „interessierten Kreisen“ gern behauptet wird, eine gerechte Ökonomie sei ein Hirngespinst, ist besonders bösartig.
Weil, schlicht gelogen und weil Gottes Lösung, dabei außen vor gelassen wird.
Doch was damals unter Abraham möglich war, ist auch heutzutage wieder möglich. Sogar angepasst an moderne Strukturen.
Es ließe sich gegenwärtig problemlos über ein perfektioniertes Geld bewerkstelligen.
Die Vorgehensweise bliebe ähnlich wie in der Bibel. Grundlage: der Zehnt mit einem Aufschlag von einem Fünftel – also 20 %.
So wie es in den Bibeltexten steht, wenn der Zehnte mit Geld beglichen wird.
Das führt dann zu einer Zehntquote von 12 % im Jahr.
Aufgeteilt auf praktikable zwölf Monate, von mtl. 1 %, würde die Zehntquote, den monatlichen Wertverlust mit eingerechnet, genau 11,36 % im Jahr betragen.
Immer noch nah dran an den 12 %. Allerdings mit dem Vorteil des schnelleren Geldumlaufs.
Mein Name dafür: Zehntgeld
Ein deutschstämmiger Kaufmann namens Silvio Gesell hat vor mehr als einhundert Jahren, die ökonomischen und praktischen Grundlagen dazu gelegt.
Eine Arbeit, die selbst Ikonen der Volkswirtschaftslehre, Respekt abnötigte.
John Maynard Keynes widmete ihm in seinem Hauptwerk mehrere Zeilen.
„Die Idee von Gesell war, dass die Geldschöpfung mit einer Umlaufsicherung versehen werden sollte, die den Geldbesitz bestraft. Das würde die Hortung verhindern und das Geld in Umlauf halten. Ich glaube, dass Gesell hier einen wichtigen Punkt getroffen hat.“
Selbst der weltweit hochgeachtete amerikanische Ökonom Irving Fisher empfahl – inspiriert von Silvio Gesells Ideen und der erfolgreichen Umsetzung in der österreichischen Gemeinde Wörgl – diesen Ansatz 1933 dem US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, der verzweifelt nach Wegen suchte, die Große Depression zu überwinden.
(Fisher schrieb sogar ein Buch „Stamp Scrip“ darüber)
Für diejenigen, die noch immer an der Durchführbarkeit zweifeln.
Auch in der Gegenwart gibt es eine gewichtige Stimme, die von Gregory Mankiw.
Einem der Päpste der Volkswirtschaftslehre, dessen Lehrbuch, in den letzten Jahrzehnten, weltweit, zig Millionen Studenten durchs Studium geleitet hat. Und noch immer leitet.
Er schrieb am 19. April 2009, und zwar auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise im New-York-Times-Blog-Beitrag den Hammer-Absatz:
„Wenn die Fed den Leitzins unter Null senken könnte, würde das die Wirtschaft ankurbeln. Aber die Leute würden einfach Bargeld horten. Deshalb müsste man Bargeld mit einer Lagergebühr belegen – eine Art Demurrage.“„
Original: (If the Fed could lower the interest rate below zero, that would encourage spending and help the economy. But the problem is that people would hoard cash rather than earn negative interest. So to make negative interest rates work, the Fed would have to tax currency holdings. In other words, impose a storage fee on cash.)
„It May Be Time for the Fed to Go Negative.“ (Online-Ausgabe, Rubrik Economic Scene / Opinion).
Sein Vorschlag: eine seriennummernbasierte „Aussortierung“ von Scheinen (z. B. jede 10. Note ungültig), was eine Art 10 %-Demurrage simuliert.
Da staunt der Leser. Das geht doch wohl eindeutig in Richtung des Zehnten.
Schon zu Abrahams Zeiten, als hohe Zinssätze üblich waren, setzte Gott, durch den freiwillig gezahlten Zehnt und die Zehntquote von 10 % den Hebel an; denn dadurch sinken die Zinserträge. Drastisch. In der Folge wohl auch die Lebenshaltungskosten, da von den Händlern, aller angebotenen Waren, nicht mehr so hohe Zinskosten, in die Preise einkalkuliert werden müssen.
Die zwangsläufige Folge: Die Wirtschaft boomt, weil die Nachfrage steigt. Weniger Notkredite sind dann nötig, wodurch die Zinssätze weiter absinken.
Abraham war derjenige, der trotz sinkender Zinserträge, profitierte, schlicht, weil Gott ihm wohlgesonnen war und ihn beschenkte.
Zehntgeld täte heute dasselbe.
Positive Zinssätze wären bald Geschichte. Und kaum jemand würde sie wieder herbeiwünschen.
Einfach deshalb, weil die Segnung Gottes auf den Menschen läge.
Und als Trostpflaster der Zehntlob, für die, die ihr überschüssiges Geld investieren oder anlegen.
Gott hat es selbst gesagt: Prüft mich!