Holterdiepolter

Nichts hatte mich auf die Ereignisse vorbereitet. Nichts. Es traf mich, wie es gemeinhin so heißt, aus heiterem Himmel.

Doch ich hätte gewarnt sein sollen. Denn schon vor einigen Monaten, als ich an der neuen Website bastelte, stürzte die Seite ab. Und hinterließ nur Trümmer. Rettungsversuche blieben erfolglos. Backups waren unbrauchbar und damit nutzlos.

Der Hoster bot keine wirkliche Hilfestellung, sondern verschärfte das Problem noch.

Doch da ich inzwischen wusste, wie ich zügig wieder alles aufbauen konnte, auch dank diverser handschriftlicher Notizen, ließ ich das unkommentiert.
Trotz, oder auch gerade wegen bisher bester Referenzen des Hosters.

Doch die Erfahrung hatte mich, auch weil es technische Restriktionen gab, dazu veranlasst, nach Alternativen Ausschau zu halten.

Die ich dann auch gefunden habe.

Technisch anspruchsvoll, aber insgesamt wesentlich vorteilhafter.
Auch für den Leser, der zügige Zugriffe gewährleistet bekommen soll, selbst dann, wenn die Leserschaft stark wächst.

Es schien gut geplant und vorbereitet.

All das sollte in aller Ruhe in den nächsten zwei Monaten über die Bühne gehen. Sodass ich im Herbst auch den Webshop öffnen könnte, dessen Einrichtung ich auch, aber nicht nur, wegen der Komplexität der geplanten Umstellung, verschoben hatte.

Doch nichts war es mit aller Ruhe. Leser, die öfter mal vorbeischauen, haben es sicherlich gesehen. Eine unerreichbare Seite.

Ich fiel aus allen Wolken und Träumen und landete in der Albtraumwelt der IT.

Ach Herrgott, was hab ich angestellt, dachte ich mir.
Doch was nützte das Klagen? Eine zügige Lösung musste her.
Zurück ging nicht mehr, der Weg war verbaut.

Alle, die daran denken ihre Domain aus dem Hostervertrag zu lösen und anderweitig zu registrieren, seien gewarnt.

Wer eine .com-Domain herauslösen will, wird nach der Verlegung zu einem anderen Registrar (bei Endungen wie .com, .org, .net usw.) mit einer 60-tägigen Sperre belegt. Verantwortlich dafür ist die ICANN, eine private, gemeinnützige amerikanische Organisation, die die technischen Grundlagen des Internets koordiniert. Vor allem das Domain-Name-System.
Und genau das hatte ich getan. Hatte meine .com-Domain zu einem anderen Registrar verlegt.

Das war sogar recht einfach. Der Hoster stellte dafür sogar alle Mittel zur Verfügung.
Doch das Wesentliche tat er nicht, davor zu warnen, dass er dann die gesamte Website schließt.
Und es war nicht nur die Website, die er schloss, sondern auch die dort liegenden Postfächer, waren schlicht nicht mehr zu erreichen.

Wie schon gesagt, ein Zurück gab es nicht, weil die ICANN dies technisch blockierte. Bei einer .de-Endung wäre das vielleicht noch möglich gewesen. Dann, wenn der Hoster sich kooperationsbereit gezeigt hätte.
Hätte, hätte, man weiß ja, wie der Spruch weitergeht.

Erst war ich zornig. Dann hab ich gelacht. Weil so absurd.

Also Ärmel aufgekrempelt und losgelegt.
Der Gesamtplan stand ja. Nur war davon bisher kaum etwas in Gang gesetzt.

Verfügbare Backups der Website waren vorhanden, mussten aber auf eine frische Multisite-WordPress-Installation auf einem komplett neu aufgesetzten Server. Und das auch noch so schnell wie möglich.
Das Hauptproblem: die darniederliegende Website.

Vermutlich hätte ich das Problem lösen können. Aber nicht in kurzer Zeit.

Also, was tun?

Der eine oder andere Leser mag, meiner Wahl wegen, jetzt aufstöhnen, doch ich kann es ihnen nicht ersparen. Eine KI hat mir aus dem Tal der Tränen geholfen. Grok, um genauer zu sein.
Ohne KI Hilfe wäre ich verloren gewesen. Oder hätte für hohe Summen professionelle IT-Hilfe in Anspruch nehmen müssen.

Eines hat mir diese Woche eindeutig gezeigt. Die IT Fachleute werden sich warm anziehen müssen. Wer nicht zu den wirklichen Spitzenleuten des Metiers gehört wird deutlich spüren, welch Orkan sich über ihnen zusammenbraut.

Dass ich schon seit vielen Jahren privat mit Linux-Systemen unterwegs bin hat mir den Zugang stark erleichtert. Auch weil es bei mir keine größere Hemmschwelle mehr gibt, das Terminal zu nutzen.
Etwas, das auf einem Server, ob in der Cloud gemietet oder als VPS betrieben, eine Selbstverständlichkeit ist. Oder zumindest sein sollte.

Eines weiß ich gewiss. Ohne diese Vorkenntnisse wären die Herausforderungen der vergangenen Woche nicht zu stemmen gewesen.

Jegliches Lernen braucht seine Zeit. Und vieles von dem, was Grok vorschlug, wirkte erst einmal wie Zauberei.
Um all das zu durchdringen, hätte ich sicher Monate intensiven Studiums gebraucht.
Also folgte ich seinen Vorschlägen. Meistens jedenfalls.
Doch manchmal entstanden auch ellenlange Diskussionen. Mit Perspektivwechsel. Auf beiden Seiten.
Ich hätte es ja genossen, wenn mehr Zeit gewesen wäre.

So viele verschiedene Baustellen. Auch ein neuer Mailanbieter musste her. Und wieder war es eine renommierte Adresse, von der ich mich dann schnell wieder trennte. Doch auch das kostete Zeit und Aufwand.

Das Ergebnis all dessen.
Jetzt habe ich, wie gewünscht, alles getrennt. Bei drei Anbietern. Einmal die Registratur der Domain. Dann die Website-Installation auf eigenem Server bei einem Cloud Anbieter.
Und die E-Mails wiederum bei einem anderen Unternehmen.

Klar, das ist zweifellos teurer als alles aus einer Hand. Aber Erfahrung macht klug. So heißt es.

Immerhin haben mir die Wirren der letzten Tage für den Aufbau des Unternehmens samt Webshop deutlich mehr Zeit verschafft.

Nicht, dass das ein Grund zur Freude wäre. Nein, ist es nicht. Es ist Arbeit im klassischen Sinne. Also nichts, das wirklich Spaß macht.

Der Spaß kommt hoffentlich später. Wenn, wie gewünscht, die Inspiration, die Künstlertätigkeit und das Bloggen wieder in den Vordergrund rücken.

Dennoch. Es gibt heute tatsächlich einen Grund zur Freude.

Timothee Kavi ist wieder online.

Hurra!

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