Wenn einem, eines der privat geführten großen Medienhäuser dieses Landes, eine derartig großartige Vorgabe gibt, kann der Torschuss eigentlich nicht ausbleiben.
Doch lesen Sie den Text erst einmal selbst:
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Dieser-Trick-befreit-Elon-Musk-Co-vom-Steuernzahlen-id31017821.html
Das im Beitrag vorgestellte Vehikel zum Steuersparen nennt sich im Kreditwesen Lombardkredit. Oder auf Deutsch Wertpapierkredit.
Dafür eignen sich Aktien, Rentenpapiere, Investmentfonds oder auch ETFs.
Doch auch Edelmetall lässt sich prima über darauf spezialisierte Banken oder Handelshäuser beleihen. Als auch Lebensversicherungen mit entsprechend hohem Rückkaufswert.
Selbst Kunstgegenstände, Antiquitäten und wertvolle Uhren sind beleihbar. All das oft mit bis zu achtzig Prozent des Wertes.
Festgeldkonten eignen sich ebenfalls. Und zwar zu fast 100 Prozent der Einlage.
Der Möglichkeiten sind also kaum Grenzen gesetzt. Weshalb die Problematik wohl nicht nur die 0.01 Prozent der oberen Zehntausend betrifft, sondern wohl eher die oberen 10 Prozent der Weltbevölkerung, die sich eine entsprechende Expertise bei Steuerberatungsgesellschaften leisten können.
Paul Krugman gehört selbst zu den „Working Rich“ und ist ein Apologet dieses Systems. Er kritisiert die Exzesse, verteidigt aber die Grunddogmen – vor allem die Sakrosanktheit des Zinses.
Er gehört einerseits zu dem Personenkreis, die von ihrem Einkommen einen hohen Betrag an Steuern abgeben. Abgeben müssen, da sie sich dem kaum entziehen können. Denn die Steuer wird ja schon an der Quelle abgezogen. Jeder Arbeitnehmer in Deutschland kennt die Vorgehensweise als Lohnsteuer.
Doch es ist ja durchaus möglich, neben dem offiziellen Brotjob noch Einkommen aus eigenen Unternehmen zu haben. Ein Modell, das Kreative inzwischen gern nutzen.
Es entstammt der Denkungsart, Steuern vermeiden zu wollen, die Superreiche und deren Funktionsträger, zu denen Krugman sicherlich zu zählen ist, vereint.
Es ist wohlfeil, an den Gepflogenheiten der Superreichen Anstoß zu nehmen. Weil gefahrlos. Denn sie sind inzwischen beinahe unangreifbar. Weil überstaatlich aufgestellt. Die Firmen sind durch ein Konglomerat verbunden, deren oberste Autorität in Steueroasen beheimatet ist, deren Rechtsordnung den Zugriff auf Daten der Eigentümer und Vermögen verunmöglicht.
Eine derartige Steueroptimierung wie im Beitrag von ntv beschrieben kostet Geld. Doch wer davon viel hat, kann durch entsprechenden Rat auch eine Menge davon an Abgaben an „Vater Staat“ einsparen.
Und wer gar derart großen Reichtum angehäuft hat, wie unsere oberen 1 % der Weltbevölkerung, kann dies beinahe ohne jedes Risiko betreiben, da für eventuell von den Banken oder den Handelshäusern geforderte Nachschüsse, immer ausreichend Liquidität geschöpft werden kann.
Ist das Vorgehen rechtmäßig? Ja, in ganz vielen Staaten der Erde, also nicht nur in den USA, ist das durchaus rechtens. Wie auch noch weitere Einsparmöglichkeiten, die als Rundumservice von den Steuerberaterfirmen angeboten werden.
Und die Steuerberaterfirmen, Familyoffices und Steuerabteilungen der Unternehmen beraten ja inzwischen nicht nur bei Steuerersparnis, sondern auch bei Weitergabe von Vermögen an die nächste Generation.
Doch das ist ein Thema, das einen eigenen Beitrag verdient. Denn dann geht es wirklich ans Eingemachte. Nämlich daran, die mittels Zins „geraubten“ Gelder (dazu lese auf der Startseite von Timothee Kavi die Zehntgeld-Trilogie) langfristig zu sichern. Selbst über Generationen.
Und es ist bitter. Die Methoden dazu sind inzwischen sehr ausgereift. Und von rechtlicher Seite, da supranational organisiert, kaum noch angreifbar. Da haben die Lobbyisten, die inzwischen weltweit agieren, „hervorragende Arbeit“ geleistet.
Hut ab, sie haben mit diesem Tun eine neue Aristokratie hervorgebracht, den Geldadel. Wenn das mal nicht eine kühne Tat war (Spott aus).
Zum Abschluss will ich eine weitere Fußballmetapher bemühen: Das Beschriebene ist einfach ein unfaires Spiel. Ein Anschauen lohnt nicht. Weil von Beginn an „getürkt“.
Wer noch einen Hauch von Anstand und Ehre verspürt, sollte sich, im Hinblick auf die damit verbundene abgrundtiefe Armut und Ausbeutung von Milliarden von Menschen, mit Grausen von dem Geschehen abwenden.