{"id":78,"date":"2020-12-21T06:49:00","date_gmt":"2020-12-21T05:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/achso-ein-schwarzes-schaf.de\/?p=78"},"modified":"2024-07-06T05:29:49","modified_gmt":"2024-07-06T03:29:49","slug":"der-zehnte-und-die-hybris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/timotheekavi.com\/achso-ein-schwarzes-schaf\/2020\/12\/21\/der-zehnte-und-die-hybris\/","title":{"rendered":"Der Zehnte &#8211; und die Hybris"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Es folgt ein Text, den ich schon vor Monaten in einem &#8222;\u00d6konomie&#8220; &#8211; Blog als Kommentar gepostet habe. Die Ursache und die Entgegnung, ist f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis jedoch nicht von Belang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier poste ich ihn, weil er deutlich macht, was mich antreibt. Mich um treibt. Mich gelegentlich auch nicht schlafen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und auch, weil die Bedeutung, weit \u00fcber das hinaus reicht, was uns sonst so besch\u00e4ftigt h\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb werde ich mich, da bin ich mir ganz sicher, in zuk\u00fcnftigen Texten auch immer mal wieder, darauf beziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Hybris: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hybris\" target=\"_blank\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hybris<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurzum, Hybris ist die Vermessenheit des Menschen, g\u00f6ttliche Ma\u00dfgaben zu ignorieren. Mehr noch, sie zu unterlaufen, gar zu bek\u00e4mpfen. Die Hybris bildet somit den Gegenpol zum g\u00f6ttlichen Gesetz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich diese Definition als Grundlage nehme und mich in der Bibel umsehe, der schriftlichen Niederlegung von Gottes Gesetzen, ist diese Vermessenheit ja oft genug Thema.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anmerkung: der Glaube an diesen Gott der Bibel ist ja in allen L\u00e4ndern der Erde pr\u00e4sent. In dem einen mehr, in einem anderen weniger. Und wir alle hier sind, ob wir es uns eingestehen oder nicht, von all den Erz\u00e4hlungen \u00fcber ihn, in unserem Denken und Handeln, auf vielf\u00e4ltige Weise gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehme ich nun einmal ein Thema heraus, die Verpflichtung zur Abgabe des Zehnten. Es ist eine der ersten Verpflichtungen gegen\u00fcber Gott.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon Abraham (als Gr\u00fcnder dreier Weltreligionen verehrt) gab ihn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Freiwillig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wohl deshalb, weil es eine m\u00fcndliche \u00dcberlieferung dieser Pflicht gab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angenommen wurde er von Melchidesek, dem Hohepriester Gottes. Jener Hohepriester, der Abraham zuvor Gottes Segen zugesprochen hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zehnte ist also etwas Wechselseitiges. Gott erh\u00e4lt den Zehnten und verspricht im Gegenzug gute Ertr\u00e4ge. Zehnt gegen Segen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Gesetz schriftlich niedergelegt wurde die Verpflichtung zur Zahlung des Zehnten allerdings erst sp\u00e4ter. Festgelegt wurden darin die Pflichten gegen\u00fcber Gott. Und zwar aufs genaueste ausgef\u00fchrt. Vermutlich um bereits aufgetretene Schlupfl\u00f6cher zu schlie\u00dfen (meine Einsch\u00e4tzung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gottes Helfer bei der Eintreibung des Zehnten waren die Tempeldiener. Sie erhielten f\u00fcr ihre Arbeit von der Abgabe zehn Prozent. Wovon sie wiederum zehn Prozent an die Hohepriester abgeben mussten. Diese wiederum zehn Prozent als Brandopfer an Gott darboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was geschah nun mit dem Rest der Abgabe, den \u00fcbrigen neunzig Prozent des Zehnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun, auf Verf\u00fcgung Gottes, wurde davon ein Fest ausgerichtet. Ein vermutlich Gro\u00dfes. Eines bei dem die Menschen, Gott f\u00fcr seine Gro\u00dfz\u00fcgigkeit dankten oder zumindest danken sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau genommen haben die Menschen damals also nicht zehn Prozent ihrer Ernten und Eink\u00fcnfte an die Tempeldiener abgegeben, sondern tats\u00e4chlich nur ein Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um den Spitzfindigen gleich den Schwung zu nehmen: Wer pers\u00f6nlich mehr von dem Fest hatte, der Arme oder Reiche, lasse ich mal au\u00dfen vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusatz: Wichtig ist bei der Erhebung des Zehnten auch die Erw\u00e4hnung, das er vorrangig vor allen anderen Zahlungspflichten an Gott abzugeben war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stichwort: Abgabe der Erstgeburten. Das ist wichtig, weil damit eine Zahlungsreihenfolge initiiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und zu erw\u00e4hnen ist auch noch, das dem Zehnten, sollte er mit Geld beglichen werden, ein F\u00fcnftel zuzuschlagen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum das ganze Prozedere? Wenn es nur um den Unterhalt der Tempeldiener und Hohepriester ginge, h\u00e4tte es doch sicher einfacher zu handhabende M\u00f6glichkeiten der Finanzierung gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie auch immer, im Laufe der Geschichte gab es dann die Forderung des Gottesvolkes nach einen K\u00f6nig, so wie ihn andere L\u00e4nder um sie herum hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott stimmte zu, gab aber zu Bedenken, dass der Zehnte dann nicht ihm, sondern dem K\u00f6nig zu st\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist dann auch klar, das die Erhebung des Zehnten, auch und zuv\u00f6rderst eine weltliche Bedeutung hatte und hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welche wohl?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Antwort: Es ging und geht darum mittels des Zehnten, den Zinsfu\u00df herabzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Etwas das m\u00f6glich war, da er als Gott und K\u00f6nig damals schlie\u00dflich das M\u00fcnz- und Geldrecht hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn also von allen Ertr\u00e4gen an ihn, der gleichzeitig in der Funktion als weltlicher K\u00f6nig auftrat, \u00fcber die Tempeldiener, zehn Prozent an ihn abzugeben waren, und zwar vorrangig, konnte die Berechnung aller danach folgenden Zahlungsverpflichtungen, nur auf dem verminderten Zinsfu\u00df erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ergo: Die zu erhebenden Zinsen konnten, das Gesetz ernst genommen, also nur auf der Basis von neunzig Prozent berechnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn mit Geld bezahlt wurde, sogar nur auf der Basis von 88 Prozent. So sie im normalen Gesch\u00e4ftsgebaren, wohl auch nicht ins Positive wandern konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das sich im Grundsatz daran nicht gehalten wurde, ist in der Bibel ja mehrfach erw\u00e4hnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie auch die \u00dcbertretung des Zinsverbots.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum auch sonst warf Jesus die Geldverleiher und Geldwechsler, mit dem Ausruf: sie machten das Haus des Herrn zu einer R\u00e4uberh\u00f6hle, aus dem Tempel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn du eine schl\u00fcssigere Deutung oder andere Lesart zur Einf\u00fchrung des Zehnten hast, her damit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte des Zehnten dauert nun schon gut drei Jahrtausende an, ge\u00e4ndert hat sich nichts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Klagen der Propheten, verhallt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Menschen wurden durch die unerlaubten Zinsgewinne immer wieder ausgeraubt. Wurden versklavt. Verhungerten. Unz\u00e4hlige Kinder darbten, w\u00e4hrend die Profiteure schlemmten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kriege wurden wegen der Gier nach Geld und der damit verbunden Macht vom Zaun gebrochen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denen oft Seuchen folgten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gab es Einsicht? Gab es Ver\u00e4nderung? Nicht doch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gegenteil. Der Zug nahm Fahrt auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gier wurde zum Erfolgsma\u00dfstab erkl\u00e4rt. Je mehr Gier desto besser. Mehr, mehr, mehr die Devise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausbeutung auf allen Ebenen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Mensch und Tier, und dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Menschen am Flie\u00dfband, H\u00fchner im K\u00e4fig, Schweine in der Gitterbox. Insekten unter Pestizidbeschuss. Monokulturen soweit das Auge reicht. Ausgelaugte B\u00f6den. Luftverschmutzung. Gew\u00e4sser vergiftet. Meere zugem\u00fcllt. Fischsterben. Atomabf\u00e4lle. Chemiegifte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soll ich weiter machen? Da gibt es noch Einiges.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch wieder zum Anfang zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mir und den Menschen, die das alte Gesetz des Zehnten mittels Einf\u00fchrung von Minuszinsen, einer Demurrage, wieder in Gang setzen wollen (auch wenn manchen von ihnen der Bezug zu dem Gesetz nicht bewusst sein mag), der Hybris, des Hochmutes gegen\u00fcber Gott zu zeihen, die mit ihrem Handeln dann m\u00f6glicherweise mehr Verderben als Gutes bringen, ist angesichts des Beschrieben doch nicht dein Ernst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder?&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt ein Text, den ich schon vor Monaten in einem &#8222;\u00d6konomie&#8220; &#8211; Blog als Kommentar gepostet habe. 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