{"id":166,"date":"2021-01-08T11:11:00","date_gmt":"2021-01-08T10:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/achso-ein-schwarzes-schaf.de\/?p=166"},"modified":"2024-07-06T05:29:48","modified_gmt":"2024-07-06T03:29:48","slug":"humus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/timotheekavi.com\/achso-ein-schwarzes-schaf\/2021\/01\/08\/humus\/","title":{"rendered":"Humus"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Einen Gutteil des gestrigen, kalten aber weitgehend trockenen Wintertages, habe ich drau\u00dfen verbracht. Auf einem Hanggrundst\u00fcck (Weinberg) mit wundersch\u00f6ner Aussicht. Seit wenigen Jahren allerdings bepflanzt mit Obstb\u00e4umen, vorwiegend mediteraner Herkunft. Nektarinen, Pfirsiche, Feigen, doch auch Birnb\u00e4ume, Hasel- und Waln\u00fcsse. Und diverse andere.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was tut ein G\u00e4rtner nun mitten im tiefsten Winter auf seinem Spielfeld? Was wohl: g\u00e4rtnern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu geh\u00f6rt n\u00e4mlich auch, die Mittel dazu herzustellen. Und eines dieser Mittel ist Humus. Davon kann man als G\u00e4rtner eigentlich nie genug haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Faszinierende am Humus: er l\u00e4sst sich aus Abfall herstellen. Aus dem, was in der K\u00fcche \u00fcbrig bleibt oder auch aus dem, was wir an Feststoffen (F\u00e4zes) in die Kanalisation sp\u00fclen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um diese n\u00e4hrstoffreiche Erde (terra preta genannt) zu erzeugen, bedarf es jedoch einer besonderen Zutat. Biokohle. Auch Pflanzenkohle genannt. Das war es, worum ich mich gestern gek\u00fcmmert habe. Wie in den letzten Jahren Anfang Januar. Es ist einfach eine gute Zeit daf\u00fcr. Waldbrandgefahr beinahe null. Und oft windstilles Winterwetter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute will ich jedoch nicht \u00fcber die Pyrolyse (das Herstellungsverfahren von Biokohle) sprechen &#8211; werde ich sicher irgendwann auch mal tun &#8211; sondern \u00fcber die Humusfertigung. Genauer, \u00fcber das Bokashi-Verfahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei wird ein Eimer ben\u00f6tigt der im unteren Drittel einen Siebeinsatz besitzt, um Fl\u00fcssigkeit durchzulassen. Die Fl\u00fcssigkeit l\u00e4sst sich \u00fcblicherweise mittels eines Hahns abzweigen. Was allerdings nicht unbedingt n\u00f6tig ist. Die Fl\u00fcssigkeit eignet sich prima zum freimachen von Abflussrohren. Kann aber auch stark verd\u00fcnnt, Pflanzen als D\u00fcnger dienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da bei mir, als intensiver Obst und Gem\u00fcseesser, ziemlich viel Reste aus Strunken, Schalen, als auch Verfaultem anf\u00e4llt, besitze ich mittlerweile sechs dieser Bokashieimer. Nicht zuletzt, weil der Bokashi reifen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dfer den Resten wird zur Humusfertigung die bereits genannte Biokohle und dar\u00fcber hinaus die sogenannten EMs &#8211; Effektive Mikroorganismen &#8211; gebraucht. Zuletzt auch noch etwas Gesteinsmehl.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EMs sind eigentlich die Arbeiter bei dem Verfahren. Es sind verschieden Bakterienst\u00e4mme, die in anaerobem Milieu, f\u00fcr Fermentation sorgen. Milchs\u00e4urebakterien haupts\u00e4chlich, die beispielsweise auch bei der Herstellung von Sauerkraut und Kimshi eine Rolle spielen. Mehr dazu ein andermal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Fermentierung allein, w\u00e4re Biokohle nicht vonn\u00f6ten. Aber Biokohle hat bei der Humusfertigung einen nicht zu verachtenden Vorteil, n\u00e4mlich die F\u00e4higkeit, N\u00e4hrstoffe und Mikroorganismen an sich zu binden. Und sie ist ein durchaus beachtlicher Wasserspeicher. Was in unseren trockenen Sommern, dem G\u00e4rtner Arbeit und der Pflanze, die darauf w\u00e4chst, Stress erspart.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus der Biokohle, den EMs und dem Gesteinsmehl l\u00e4sst sich eine sogenannte \u201eterra preta Streu\u201c fabrizieren. Gut ger\u00fchrt bewahre ich sie in einem 10 l Eimer auf, der in der N\u00e4he der Bokashieimer in der K\u00fcche steht und zur Abmessung eine 200 ml Tasse beinhaltet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach und nach f\u00fclle ich mit den K\u00fcchenabf\u00e4llen den Bokashieimer (15l) und gebe 3-4 mal eine Tasse \u201eterra preta Streu\u201c hinzu. Stets an das verdichten denken. Und daran, ihn luftdicht zu schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist der Eimer voll, stelle ich ihn beiseite, gib ihm einen Zettel mit dem Datum von in 21 Tagen und lasse ihn stehen. Fr\u00fchestens nach 14 Tagen \u00f6ffne ich ihn und gebe den Inhalt, vermischt mit guter Gartenerde oder letztj\u00e4hriger Terra preta Ausbeute, in auf meiner Terrasse bereitgestellte T\u00f6pfe oder Beh\u00e4lter. Bis auf einen in den ersten Tagen leicht s\u00e4uerlichen Geruch, gibt es keine Bel\u00e4stigung. In all den vergangenen Jahren hat jedenfalls kein Haus- oder Anwohner seinen Unmut ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dort darf der Bokashi dann mindestens sechs Monate lang zu Tera preta reifen. Das sch\u00f6ne daran, er kann w\u00e4hrenddessen schon bepflanzt werden. Bei mir sind es meist Tomaten und Freilandgurken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Saison siebe ich die Erde und verfrachte sie zum Grundst\u00fcck. Dort bildet sie die Grundlage f\u00fcr neue Pflanzungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das sch\u00f6ne an all dem, ich habe seit Jahren so gut wie keine Bioabf\u00e4lle mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Schluss jetzt noch 2 links, die das Ganze ein wenig erl\u00e4utern. F\u00fcr die, deren Interesse ich geweckt habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"http:\/\/www.ithaka-journal.net\/wege-zu-terra-preta-aktivierung-von-biokohle\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.ithaka-journal.net\/wege-zu-terra-preta-aktivierung-von-biokohle<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anleitung Bokashi herstellen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=o_h9SZ057II&amp;feature=youtu.be\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=o_h9SZ057II&amp;feature=youtu.b<\/a><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=o_h9SZ057II&amp;feature=youtu.be\">e<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen Gutteil des gestrigen, kalten aber weitgehend trockenen Wintertages, habe ich drau\u00dfen verbracht. Auf einem Hanggrundst\u00fcck (Weinberg) mit wundersch\u00f6ner Aussicht. 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