{"id":1581,"date":"2025-04-03T16:00:00","date_gmt":"2025-04-03T14:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/achso-ein-schwarzes-schaf.de\/?p=1581"},"modified":"2025-04-15T09:15:00","modified_gmt":"2025-04-15T07:15:00","slug":"ermattet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/timotheekavi.com\/achso-ein-schwarzes-schaf\/2025\/04\/03\/ermattet\/","title":{"rendered":"Ermattet"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap wp-block-paragraph\">Der Papst ringt bereits seit Wochen um Luft, nach Sauerstoff. Sieht den Tod bereits ann\u00e4hern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Vorfreude aufs Himmelreich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df es nicht. Jedenfalls nimmt die Nachfolgediskussion trotz Besserung seines gesundheitlichen Zustands bereits Fahrt auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gott l\u00e4sst ihm seinen Odem. Noch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wof\u00fcr? Das w\u00fcsste wohl auch der Papst gern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie auch der gegenw\u00e4rtige Pr\u00e4sident der USA wohl gern w\u00fcsste, welchen Weg er nun beschreiten soll. Energisch folgte er nach seiner Inauguration einem schmalen und selten begangenen Weg und befindet sich gegenw\u00e4rtig auf einem Wegkreuz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da steht er nun, schaut mal hierhin, mal dorthin, geht einige Schritte, h\u00e4lt an, dreht um, nimmt einen anderen Abzweig, dem er auch nur einige Schritte folgt, ehe er wieder zur Mitte des Kreuzes zur\u00fcckkehrt. Behauptet aber steif und fest, das Ziel fest im Auge zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seinem Zaudern \u00e4hnelt er den europ\u00e4ischen Spitzenpolitikern, die derzeit einem H\u00fchnerhaufen gleichen, dem der Hahn abhandengekommen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der russische \u201eZar\u201c grinst sich \u00fcber all das einen ab, sch\u00fcttelt, angesichts des Dramas, in das er verwickelt ist, dann doch traurig den Kopf und spielt auf Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis auf einige wenige treue Mitstreiter der Amis und Europ\u00e4er beobachtet die restliche Weltbev\u00f6lkerung die bisher dargebrachten Akte mit Staunen. Ob es eine Trag\u00f6die wird, steht noch in den Sternen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Derzeit \u00e4hnelt es eher einem Improvisationstheater oder auch absurdem Theater. Ob es sich zu einer Groteske oder Farce entwickelt, ist durchaus m\u00f6glich. W\u00fcnschenswert w\u00e4re f\u00fcr die Zuschauer allerdings eine Tragikom\u00f6die, da sie unterhaltsamer ist und \u00fcblicherweise gut endet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Darsteller hie\u00dfe dies allerdings: L\u00e4uterung durch Spott und Hohn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Also ein Ergebnis, das eher nicht zu erwarten ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch weil die Zumutungen, die der einfache B\u00fcrger hierzulande, der das Vorspiel des Schauspiels schon seit Jahren mit mehr und mehr Widerwillen und Ablehnung zur Kenntnis nimmt, einfach nicht abbrechen wollen, sondern im Gegenteil an Intensit\u00e4t zunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">B\u00fcrgerliche Freiheiten schwinden in Windeseile und der \u201eOttonormalb\u00fcrger\u201c murrt dar\u00fcber, nimmt sie aber hin. Sein Motto: \u201eEt h\u00e4tt noch emmer joot jejange\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die westlichen \u201eWertel\u00e4nder\u201c \u00e4ndern sich in rasantem Tempo hin zu L\u00e4ndern mit fragw\u00fcrdigen Werten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich je gefragt hat, wie es vor knapp einhundert Jahren zu der politischen Machtergreifung der Nazis kommen konnte, kann sich nun selbst ein Bild davon machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der gemeinsame Nenner ist nicht politischer Natur, sondern er findet sich auf der existenziellen Ebene, der Finanziellen, die vom Geld bestimmt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach letztem streben beinahe alle Menschen. Manche mehr, manche weniger. Denn wir alle m\u00fcssen Rechnungen zahlen. M\u00fcssen unseren Lebensunterhalt \u201everdienen\u201c. Ob politisch rechts oder links oder mittig verortet, spielt letztendlich keine Rolle. Der Zwang, den das Geld auf jeden von uns aus\u00fcbt, ist keine M\u00e4r, sondern Tatsache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und da es sich aufgrund der Konstruktion und der tiefen Einbettung ins Gemeinwesen, auf wenigen Konten immer reicher werdender Menschen anh\u00e4uft, ist eigentlich kein Geheimnis. Trotzdem darf allerdings nur an der Oberfl\u00e4che dieser Tatsache gekratzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer es wagt, allzu \u00f6ffentlich den Raub und die Ungerechtigkeit der Konstruktion anzuprangern, muss mit Gegenwind rechnen. Der geh\u00f6rig blasen kann. Mitunter mit Sturmst\u00e4rke. Es ist schlicht der Gegenwind des politischen R\u00fcckenwindes, der in den letzten Jahrzehnten f\u00fcr die Ausbeutung der einfachen Menschen sorgte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allein die Idee fairen Geldes gilt schon als Tabubruch. Nicht erst der Wille zu dessen Umsetzung. Solch ein Wille wird als Angriff auf die Fundamente freier Gesellschaften gewertet. Als Angriff auf die Basis demokratischer Staaten, denen der Geld- und G\u00fctererwerb heilig sind. So heilig, dass die r\u00e4uberische Akkumulation auf Kosten anderer selbst in Staatsverfassungen festgeschrieben wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Widerw\u00e4rtige Begleiterscheinungen davon &#8211; egal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Frage dazu: Sind Kindersklaverei oder Zwangsprostitution das etwa nicht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In milit\u00e4risch gef\u00fchrten Kriegen nennen sich Ausw\u00fcchse dieser Art, verharmlosend Kollateralschaden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den seit Jahrhunderten andauernden Wirtschaftskriegen sind menschenverachtende Zust\u00e4nde eine immer wiederkehrende \u201eUnerquicklichkeit\u201c. Wozu auch die Zwangsverpflichtung zum Kriegsdienst unter Androhung der Todesstrafe z\u00e4hlt. Wie auch die Bombardierung ziviler Ziele, um den Widerstand der Bev\u00f6lkerung zu brechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je ungleicher die Verm\u00f6gensverteilung, desto wahrscheinlicher sind solche Exzesse. Es ist eine Art neuer Adel entstanden, der in seiner abgrundtiefen Bosheit, dem des alten Adels in nichts nachsteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und aufgrund der mittels beinahe unendlich flie\u00dfender Geldmittel erlangten Machtf\u00fclle, lassen sich alle Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellen, skrupellos aus dem Weg r\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gegner all dessen sind von Anfang an in der Defensive. Unterliegen der Gefahr sich im \u201eklein, klein\u201c der Finanzstrukturen zu verheddern und damit die wirkliche Ursache all der gesellschaftlichen Malaisen, aus dem Blick zu verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gelegentlich erhalten sie von den Profiteuren einige Brosamen, damit ihr Widerstand nicht allzu laut wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Macht des Geldes l\u00e4sst Menschen niederknien und l\u00e4sst Staatsgebilde erzittern. Herrscherall\u00fcren sind den Geldherren nicht fremd. Gott\u00e4hnlich lassen sie sich feiern. Wobei anzumerken bleibt, dass weder Gold noch Geld essbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K\u00f6nig Midas musste das erst bitter lernen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Uns allen, besonders jenen, die auf der Jagd nach Geld, ebenso wie die Vorbilder der \u201eSuperreichen\u201c jegliche moralische Skrupel und ethische Bedenken \u00fcber Bord werfen, steht diese Erkenntnis m\u00f6glicherweise noch bevor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie oft folgten auf Kriege oder Staatsbankrotte andauernde Hungersn\u00f6te. Wie sich das anf\u00fchlt, konkret anf\u00fchlt, davon k\u00f6nnen nur noch wenige Menschen in unserem Land Bericht erstatten. Denn die, die das noch k\u00f6nnen, sind mittlerweile \u201esteinalt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es scheint beinahe so als m\u00fcsste die jetzige Urenkelgeneration die Erfahrungen der Alten wiederholen, nur um dann, bestenfalls, erneut f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Generationen gegen die Einfl\u00fcsterungen der Macht des Geldes und der damit verbundenen Menschenfeindlichkeit, gefeit zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ach, was f\u00fcr eine Tragik erwartet uns. Was f\u00fcr ein Verlust an Menschenleben, Lebensfreude und Zukunftsperspektive.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Papst ringt bereits seit Wochen um Luft, nach Sauerstoff. Sieht den Tod bereits ann\u00e4hern. Mit Vorfreude aufs Himmelreich? Ich wei\u00df es nicht. Jedenfalls nimmt die Nachfolgediskussion trotz Besserung seines gesundheitlichen Zustands bereits Fahrt auf. Gott l\u00e4sst ihm seinen Odem. Noch. Wof\u00fcr? 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