Die Antisemitismuskeule der Zinsverfechter

Oho. Soll das etwa eine Herausforderung werden? Will ich den Zinsbefürwortern etwa Feuer unterm Arsch, Hintern, oder Po machen.

Mag sein, dass der Titel in diese Richtung weist.

Doch was wäre damit gewonnen? Nichts, als eine weitere verhärtete Front.

Als ob wir an gesellschaftlichen Konfrontationen, nicht eh schon genug hätten.

Ich sage es deutlich. All diese Zerwürfnisse stehen mit dem Zinssystem in Zusammenhang. Oft nicht auf den ersten Blick. Aber für nachdenkliche Geister schon.

Nichts, was in unserer Welt geschieht, lässt sich vom Zins ungerührt betrachten. Er wirkt in die verstecktesten Ecken unseres Gemeinwesens. Als auch in die unserer eigenen Existenz.

Deshalb ist das Thema auch weitgehend Tabu. Es ist zu bedeutsam.

https://www.juraforum.de/lexikon/tabu

Doch was ist es genau, was das Thema Zins zum Tabu erklärt? Sicherlich nicht dessen Heiligkeit. Womit wir dann schon inmitten des Geschehens wären.

Denn die Zinsaussagen des Alten Testaments sprechen Klartext.

Wer will, kann genau nachlesen, welch großen Stellenwert der Zins in der Bibel hat. Kann die Sätze lesen, die als Gottes Wort und damit als heilig gelten. Zumindest, als von Gott inspiriert betrachtet werden.

Doch auch über die Heiligkeit von Gottes Wort ließe sich natürlich streiten. Auch darüber, ob Gott Menschen ermutigt.

Aber nicht darüber, dass sich Milliarden von Menschen – hauptsächlich Juden, Christen und Muslime – in ihrer Lebensführung, auf die Bibeltexte beziehen. Ob sie nun gemeinhin als heilig anerkannt sind oder nicht.

Es ist unbestritten. Der Zins ist eines der Kernthemen der Bibel und steht für mich in engem Zusammenhang mit der Erhebung des Zehnten.

Genaueres dazu habe ich auf der Hauptseite von https://timotheekavi.com/ unter dem Titel „Zehntgeld-Trilogie“ verlinkt.

Ein Muss für jeden, der sich dem Thema nähern will. Denn da wird dem Tabu, darüber zu reden, eindeutig Paroli geboten.

Doch wie immer, wenn Tabus angesprochen werden, sind deren Verteidiger nicht weit. Denn Tabus müssen geschützt werden. Beinahe um jeden Preis. Denn sie gewährleisten den gesellschaftlichen, wie auch den familiären Zusammenhalt.

Womit sich auch der Zinskritikern beinahe zwanghaft entgegengeschleuderte Ausruf „Das ist Antisemitismus“, erklärt.

Doch was ist Semitismus? Das ist doch die Frage die sich daraufhin direkt stellt.

Denn wer von Antisemitismus spricht, muss schließlich auch noch wissen, was es mit dem Wort „Semitentum“ auf sich hat. Und woher all die Begriffe kommen, bevor redlich von Antisemitismus gesprochen werden kann.

Um mich selbst da gar nicht erst auf etymologisch dünnes Eis zu begeben, lasse ich die Begriffe, von berufeneren Geistern klären.

https://www.deutschlandfunk.de/antisemitismus-der-begriff-taugt-nicht-100.html

https://www.degruyterbrill.com/de/document/doi/10.1515/hzhz-2026-0012/html?srsltid=AfmBOoqHn7doCjfbhkbWNPrB_eYgIswzEQv63mzZA5PXZaqxxvrhcrDr

https://www.bpb.de/themen/antisemitismus/dossier-antisemitismus/37951/judenfeindschaft-von-der-antike-bis-zur-neuzeit

Im Anschluss nun zum Klischee, das die Thematik Zins und das Thema Antisemitismus in den Köpfen vieler bestimmt. Und nicht nur in Deutschland.

https://www.deutschlandfunk.de/vorurteile-und-ihre-historischen-wurzeln-100.html

Wer das Verbot der Zinsnahme in der Bibel ernst nimmt, dem muss auch klar sein, dass dieses Verbot primär gegenüber dem Bruder, dem Volksgenossen, galt – also innerhalb von Gottes Volk. Zur Zeit der Bibelniederschrift waren das die Israeliten.

Semiten allesamt, weil Nachkommen von Noah und Sem. Den, laut Bibel ersten Gerechten.

Denen dann, auch ausdrücklich genannt, Abraham und Jakob folgten.

Was ist es, das sie, als so besonders auszeichnete?

Schon bei Noah wird die Frage mit dessen Gerechtigkeit beantwortet. Mit der Abwesenheit von menschlicher Ausbeutung.

Und wie die, mittels Zins genau funktioniert, kann in vielen Artikeln, hier auf der Website, nachgelesen werden.

Das die Grundlage dieses Raubes, Noah und Abraham bewusst war, davon gehe ich aus. Denn an der Struktur hat sich seit damals im Prinzip nichts verändert. Wie die Propheten auch immer recht wieder deutlich betonten.

Allerdings mit wenig Resonanz. Ihr Aufruf, den Zehnten abzugeben, um die Auswirkungen zu unterbinden, blieb meist ungehört. Zumindest ohne Wirkung.

Deshalb fand sich zu Abrahams Zeiten in Sodom auch nicht einmal eine Handvoll Gerechter.

Was wohl in allen damaligen Städten mit Gottgläubigen kaum anders gewesen sein dürfte.

Und nach all den Jahrhunderten ohne Gerechtigkeit, nach missglückter Einrichtung des Jobeljahrs, das als zusätzliche Lösung alle 50 Jahre einen umfassenden Schuldenerlaß vorsah, trat dann Jesus auf.

Jüdisch. Gottgläubig. Eigensinnig. Rebellisch.

Und er sah sich in der Gefolgschaft Abrahams.

Wie wohl sonst lässt sich die Tempelreinigung in Jerusalem deuten?

Und nicht zu vergessen. Jesus war Semit. Folgte Sem, dem Namensgeber. Wie schon Abraham und Jakob.

Und war auch deshalb ein Gerechter, schlicht, weil er den Zins und die Ausbeutung deutlich benannte. Mehr noch, indem er zur Peitsche griff und die Zinsnehmer und Geldwechsler aus dem Tempel trieb, mit den Worten: „Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen, ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus“, erklärte er sich als ein deutlicher Verfechter von Gottes Anspruch.

Doch niemand mit Verstand hätte ihn in der damaligen Zeit oder einen seiner Vorgänger, der Kritik wegen, einen Antisemiten genannt.

Ja, es stimmt. Die Gerechten der Bibel waren zinsfreundlichen Juden gegenüber feindlich gestimmt. Aber nicht weil sie Juden waren, sondern wegen ihres Festhaltens am Zins.

Ein nicht unwesentlicher Unterschied, der gerade auch deshalb so bedeutsam war, weil die Anklage, die sie vorbrachten, beinahe alle Juden hätte treffen müssen. Doch die Anklage hat sie nicht getroffen. Denn hätte sie getroffen, hätten sie anders reagieren müssen – mit Einsicht und Umkehr. Stattdessen blieben sie halsstarrig und unbelehrbar, wie die Bibelworte nahelegen (Jeremia 7,26; 19,15 und 2. Mose 32,9).

Hinzu kommt: Stünden in der Bibel andere Worte, hätte man auch Gott selbst, Judenfeindlichkeit attestieren müssen. Denn der Anspruch Gottes war, die Propheten, als auch Mose in seinem Sinn sprechen zu lassen.

Doch Gott hielt trotz allen Widerstandes seines auserwählten Volkes und ihrer Widerborstigkeit, standhaft an ihm fest.

Das heißt doch: Er sah bei seinem auserwählten Volk die Fähigkeit zur Umkehr. Zur Einsicht.

Und auch Jesus hat nicht alle Juden vorab verurteilt, sondern ebenfalls zur Bekehrung aufgerufen. Wie den reichen Jüngling, der ihn auf die Frage wie er Jesus nachfolgen könne, zu hören bekam: Verkaufe alles, was du hast, und schenke es den Armen.

Mehr noch. Er ging mit seinem Anspruch auf Gerechtigkeit weit über das auserwählte Volk hinaus.

Warum sonst das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,25–37)? Er weitet damit schlicht den Kreis des „Nächsten“ bewusst über die ethnisch-religiöse Grenze hinaus aus. Und zwar weit.

In dem Zusammenhang bekommen dann auch die Worte „… leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen“ eine ganz andere Brisanz.

Nun denn. Die Hoffnung auf Einsicht und Gerechtigkeit war damals lebendig und sie ist es wohl auch heutzutage noch – entgegen aller Erfahrungen nicht nur von Jahrhunderten, sondern inzwischen von Jahrtausenden.

Das macht Hoffnung für die Gegenwart.

Teilen:
wird veröffentlicht
wird nicht veröffentlicht
0 Comments
Oldest
Newest